Arch Linux mit archinstall 4.5 installieren: Anleitung
Arch Linux mit archinstall auf dem eigenen Rechner oder in der VM installieren: ISO prüfen, deutsche Tastatur, WLAN per iwctl, jedes Menü erklärt, die ersten Schritte nach dem Boot.
Arch Linux mit archinstall installieren: der Ablauf
Arch Linux mit archinstall zu installieren heißt: Sie booten das offizielle ISO, tippen archinstall und beantworten ein Menü nach dem anderen. Das Programm partitioniert die Platte und installiert danach ein vollständiges System mit Bootloader. Diese Anleitung geht jedes Menü durch und erklärt, was Ihre Auswahl auf dem fertigen System bewirkt.
Stand dieser Anleitung ist das ISO 2026.10.01 mit Kernel 7.2.7. Es bringt archinstall 4.5 mit (Paket archinstall 4.5-1). Version 4.5 erschien am 29. September 2026. Seit Version 4.0 baut archinstall seine Oberfläche mit der Python-Bibliothek Textual statt mit curses. Wichtig: Die Menüs ändern sich zwischen archinstall-Versionen. Einträge wandern, und Standardwerte ändern sich. Sieht Ihr Menü anders aus als hier beschrieben, haben Sie sehr wahrscheinlich ein neueres ISO. Die Menünamen in dieser Anleitung stammen aus dem Quellcode von archinstall 4.5 und stehen auf Englisch, so wie das Programm sie standardmäßig zeigt.
Für wen diese Anleitung gedacht ist
Diese Anleitung ist für eine Workstation: Ihr eigener Laptop oder Desktop-PC, und zum Üben eine virtuelle Maschine (VM) auf Ihrem Rechner. Probieren Sie die Installation zuerst in einer VM. Dort kostet ein Fehler nichts, und Sie lernen die Menüs kennen, bevor Sie eine echte Platte löschen.
Für einen Server oder einen VPS (virtual private server) ist das die falsche Anleitung. Arch ist eine Rolling-Release-Distribution. Pakete kommen laufend in neuen Versionen, und manche Updates verlangen Handarbeit. Auf einem Server, der ohne Aufsicht laufen soll, ist eine Distribution mit Langzeitpflege wie Ubuntu LTS oder Debian die ruhigere Wahl. Ob ein Hoster überhaupt ein Arch-Image anbietet, steht in seiner aktuellen Betriebssystem-Liste. Bei SSD Nodes prüfen Sie das auf der Bestellseite. Diese Anleitung setzt kein Hoster-Image voraus, sondern das ISO von archlinux.org.
Was Ihr Rechner mindestens braucht
Arch läuft laut ArchWiki auf jedem x86_64-kompatiblen Rechner. Das installierte System braucht mindestens 512 MiB RAM. Für den Start des Live-Systems braucht es mehr Speicher. Das Wiki nennt dafür keine Zahl, und ich erfinde hier auch keine.
Für eine Test-VM mit Desktop gebe ich aus Erfahrung 4 GiB RAM und etwa 30 GiB Platte. Das ist mein eigener Wert, keine offizielle Angabe. Stellen Sie die VM-Firmware auf UEFI um, wenn Ihre Virtualisierung das anbietet. Dann entspricht die VM einem modernen Laptop, und archinstall schlägt dieselben Bootloader vor wie auf echter Hardware.
Auf echter Hardware gibt es eine Hürde vor dem ersten Start: Secure Boot. Das ArchWiki schreibt dazu: „Arch Linux installation images do not support Secure Boot.“ Sie müssen Secure Boot im UEFI-Setup also ausschalten, um vom Stick zu booten. Nach der Installation können Sie Secure Boot wieder einrichten. Das ist aber ein eigenes Projekt.
ISO herunterladen und prüfen
Laden Sie von archlinux.org/download drei Dateien in denselben Ordner: das ISO archlinux-2026.10.01-x86_64.iso (etwa 1,5 GB), die Signatur archlinux-2026.10.01-x86_64.iso.sig und die Prüfsummen-Datei b2sums.txt. Die folgenden Befehle laufen auf Ihrem bisherigen System, nicht im Live-System.
Zuerst die Prüfsumme. b2sum nutzt BLAKE2b und liest die erwarteten Werte aus der Datei:
b2sum -c b2sums.txtIn der Zeile mit dem ISO-Namen muss OK stehen. Zum Vergleich von Hand: Die Release-Seite nennt für 2026.10.01 diesen BLAKE2b-Wert.
dcccf63640e6d4194d1a741788deff6c0ccd25d5f44f84feb4bfd505088fc90d6964fd06317943c2234365dd1edfd3bd17b7981a0fa776412ccf3d5764760545Eine Prüfsumme zeigt nur, dass die Datei vollständig angekommen ist. Wer den Mirror kontrolliert, kann auch die Prüfsumme fälschen. Die Signatur zeigt dagegen, wer das ISO gebaut hat. Mit Sequoia (sq) holen Sie den Signaturschlüssel per WKD (Web Key Directory, also direkt von der Domain archlinux.org) und prüfen dann:
sq network wkd search pierre@archlinux.org --output release-key.pgp
sq verify --signer-file release-key.pgp --signature-file archlinux-2026.10.01-x86_64.iso.sig archlinux-2026.10.01-x86_64.isoMit GnuPG geht es genauso, ebenfalls über WKD:
gpg --auto-key-locate clear,wkd -v --locate-external-key pierre@archlinux.org
gpg --verify archlinux-2026.10.01-x86_64.iso.sig archlinux-2026.10.01-x86_64.isoDie Signatur muss gültig sein und zum Schlüssel von pierre@archlinux.org gehören. GnuPG warnt bei einem frisch geholten Schlüssel oft, dass er nicht beglaubigt ist. Das betrifft Ihr eigenes Vertrauensnetz, nicht die Gültigkeit der Signatur. Meldet eines der Programme eine ungültige Signatur, laden Sie das ISO neu und booten es nicht. Warum Prüfsumme und Signatur zwei verschiedene Fragen beantworten, erklärt der Leitfaden zum Prüfen von Downloads mit Prüfsummen und Signaturen ausführlicher.
Schreiben Sie das ISO danach auf einen USB-Stick, oder hängen Sie es in der VM als optisches Laufwerk ein. Beim Schreiben auf den Stick wird alles darauf überschrieben. Prüfen Sie den Gerätenamen also zweimal.
Das Live-System vorbereiten: Tastatur, WLAN, Uhrzeit
Nach dem Boot landen Sie als root in einer Konsole. Die Tastatur steht auf US-Layout. Auf einer deutschen Tastatur sind deshalb y und z vertauscht, und den Bindestrich finden Sie auf der Taste mit dem ß. Das deutsche Layout setzt dieser Befehl, so wie er im ArchWiki steht:
loadkeys de-latin1Alle verfügbaren Layouts listet localectl list-keymaps. Für Schweizer oder österreichische Tastaturen filtern Sie die Liste, etwa mit localectl list-keymaps | grep de. Auf einem Bildschirm mit hoher Pixeldichte ist die Konsolenschrift winzig. Das Wiki nennt dafür setfont ter-132b.
Netzwerk mit Kabel oder in der VM
Mit Netzwerkkabel und in einer VM ist die Verbindung in der Regel gleich da. Prüfen Sie es:
ping -c 3 archlinux.orgDrei Antworten bedeuten: DNS und Internet funktionieren. Bleibt ping stumm, fehlt die Verbindung, und archinstall kann später keine Pakete laden.
WLAN mit iwctl
Für WLAN nutzt das Live-System iwd mit dem Werkzeug iwctl. Sie starten eine interaktive Sitzung und arbeiten darin vier Schritte ab:
iwctl
[iwd]# device list
[iwd]# station wlan0 scan
[iwd]# station wlan0 get-networks
[iwd]# station wlan0 connect MeinWLANwlan0 ist nur ein Beispiel. Den echten Namen Ihrer Karte zeigt device list. MeinWLAN ersetzen Sie durch den Namen Ihres Netzes, also die SSID (service set identifier). iwctl fragt danach das Passwort ab. Mit exit verlassen Sie die Sitzung und testen dann mit ping wie oben. Eine Kleinigkeit aus den Release Notes: Ältere archinstall-Versionen haben WLAN-Namen mit Leerzeichen in ihrer eigenen Scan-Liste nicht angezeigt. Version 4.5 hat das behoben.
Die Uhrzeit prüfen
Das Live-System braucht eine korrekte Uhrzeit. Sonst schlagen die Signaturprüfungen der Pakete und die TLS-Zertifikate (transport layer security) fehl, weil sie für den Rechner noch nicht gültig oder schon abgelaufen wirken. Prüfen Sie:
timedatectlDie Zeile System clock synchronized: yes zeigt, dass die Zeit per NTP (network time protocol) abgeglichen ist. Steht dort no, warten Sie bei funktionierendem Netz einen Moment und prüfen erneut.
archinstall starten
Im Live-System sind Sie bereits root, also genügt:
archinstallOhne weitere Argumente startet das geführte Skript guided. Aktualisieren Sie archinstall auf diesem ISO nicht. Das ISO enthält schon 4.5-1. Der Update-Weg aus der README nutzt pacman -Sy, und genau davor warnt das ArchWiki an anderer Stelle als Teil-Upgrade. Außerdem hat das Live-System laut README nur wenig beschreibbaren Speicher (cow_spacesize, standardmäßig 256M). Große Updates im Live-System laufen deshalb schnell voll.
Das Hauptmenü zeigt in archinstall 4.5 diese Einträge, in dieser Reihenfolge: Archinstall language, Locales, Mirrors and repositories, Disk configuration, Swap, Bootloader, Kernels, Additional firmware, Hostname, Authentication, Profile, Applications, Network configuration, Pacman, Additional packages, Timezone und Automatic time sync (NTP). Darunter stehen Save configuration, Install und Abort. Pflicht sind nur Disk configuration und Kernels. Für Install brauchen Sie aber zusätzlich ein Root-Passwort oder mindestens einen Benutzer mit sudo-Rechten. Fehlt beides, meldet archinstall: Either root-password or at least 1 user with sudo privileges must be specified.
Sprache, Locales und deutsche Mirrors
Archinstall language
Hier stellen Sie die Sprache der Menüs um. Wer die englischen Begriffe aus dieser Anleitung wiederfinden will, lässt Englisch stehen.
Locales: Tastatur und Systemsprache
Das Untermenü hat vier Einträge: Keyboard layout, Locale language, Locale encoding und Console font. Die eingebauten Rückfallwerte in 4.5 sind us für die Tastatur, en_US.UTF-8 für die Sprache und UTF-8 für die Kodierung. Das Tastaturlayout kann archinstall aber aus der laufenden Live-Sitzung übernehmen. Haben Sie vorher loadkeys de-latin1 ausgeführt, prüfen Sie hier, ob das deutsche Layout schon eingetragen ist.
Für ein deutsches System wählen Sie unter Locale language de_DE.UTF-8 und als Tastatur de-latin1. Die Listen erzeugt archinstall zur Laufzeit aus dem System. Suchen Sie also nach diesen Namen, statt eine feste Position zu erwarten. Die Locale bestimmt die Sprache der Programme, das Datumsformat, das Dezimaltrennzeichen und die Sortierung. Viele Entwickler lassen en_US.UTF-8 stehen, weil englische Fehlermeldungen leichter zu suchen sind. Beides ist in Ordnung.
Mirrors and repositories
Ein Mirror ist ein Server, von dem pacman die Pakete lädt. Pacman probiert die Mirrors in der Reihenfolge der Liste. Ein naher, aktueller Mirror beschleunigt also die ganze Installation. Das Menü hat in 4.5 vier Einträge: Select regions, Add custom servers, Optional repositories und Add custom repository.
Unter Select regions wählen Sie Deutschland aus der Liste. Die Regionen kommen aus der aktuellen Mirror-Liste, nicht aus einer festen Tabelle im Programm. Eine automatische Sortierung nach Geschwindigkeit, wie sie das Werkzeug reflector macht, bietet dieses Menü nicht. Für den Anfang reicht die Regionsauswahl.
Optional repositories ist anfangs leer. Zur Auswahl stehen Multilib, Multilib Testing, Core Testing und Extra Testing. Multilib enthält 32-Bit-Bibliotheken und ist das Repository, das Sie zum Beispiel für Steam brauchen. Die Testing-Repositories enthalten Pakete vor ihrer Freigabe. Lassen Sie sie auf einer Workstation, mit der Sie arbeiten, aus.
Disk configuration: Partitionen und Dateisystem
Dieser Schritt löscht Daten. Unter „Select disks for the installation“ wählen Sie die Zielplatte. Alles darauf ist nach der Installation weg. Auf einem Laptop mit Windows daneben brauchen Sie die manuelle Partitionierung. Die ist für einen ersten Versuch zu riskant, deshalb geht diese Anleitung vom Standardlayout auf einer leeren Platte aus.
archinstall 4.5 bietet drei Layout-Arten: „Use a best-effort default partition layout“, „Manual Partitioning“ und „Pre-mounted configuration“. Die letzte ist für Leute, die bereits selbst partitioniert und eingehängt haben. Nehmen Sie das Standardlayout.
Das Standardlayout legt eine 1 GiB große Boot-Partition unter /boot an, formatiert mit FAT32. Auf einer GPT-Platte trägt sie das ESP-Flag (EFI system partition), damit die UEFI-Firmware sie findet. Danach fragt archinstall nach dem Hauptdateisystem („Select main filesystem“). Zur Wahl stehen in dieser Reihenfolge btrfs, ext4, xfs und f2fs.
- ext4 ist das bewährte Standard-Dateisystem unter Linux. Wenig Funktionen, wenig Überraschungen.
- btrfs kann Snapshots und transparente Kompression. Snapshots sind auf Arch nützlich, weil Sie damit ein schiefgegangenes Update zurückrollen können.
- xfs ist stark bei großen Dateien und auf Servern verbreitet.
- f2fs ist für Flash-Speicher entworfen, auf normalen Desktops aber selten.
Wählen Sie btrfs, fragt archinstall: „Would you like to use BTRFS subvolumes with a default structure?“ Sagen Sie Ja. Dann entstehen vier Subvolumes: @ für /, @home für /home, @log für /var/log und @pkg für /var/cache/pacman/pkg. Der Sinn dieser Trennung: Ein Snapshot von @ enthält Ihr System, aber nicht die Logs und nicht den Paket-Cache. Rollen Sie zurück, verlieren Sie also keine Logs, und der Snapshot bleibt klein.
Danach kommt die Frage „Would you like to create a separate partition for /home?“. Diese Frage stellt archinstall nur bei Platten ab 64 GiB. Sagen Sie Ja, bekommt die Root-Partition eine feste Größe: 32 GiB bei Platten unter 320 GiB, 50 GiB bei Platten über 500 GiB und dazwischen 10 Prozent der Platte. Ohne eigene /home-Partition nimmt Root den ganzen Rest. Mit btrfs ist eine eigene /home-Partition meist unnötig, denn das Subvolume @home trennt die Daten schon. Bei ext4 hilft sie, wenn Sie Arch später neu installieren und /home behalten wollen. Auf der 30-GiB-VM von oben sehen Sie die Frage gar nicht.
Im Untermenü von Disk configuration stehen außerdem Partitioning, LVM, Disk encryption und Btrfs snapshots. Auf einem Laptop sollten Sie Disk encryption einschalten. Ohne Verschlüsselung liest jeder, der das Gerät findet, Ihre Platte in einem anderen Rechner aus. Unter Btrfs snapshots wählen Sie zwischen Snapper und Timeshift, wenn Sie btrfs genommen haben. LVM (logical volume manager) brauchen Sie für eine Workstation in der Regel nicht.
Swap: zram statt Swap-Partition
Der Eintrag Swap steht in 4.5 standardmäßig auf zram. Die Frage lautet „Would you like to use swap on zram?“. zram legt den Auslagerungsspeicher als komprimierten Bereich in den RAM, statt auf die Platte zu schreiben. Das ist schnell und schont die SSD. Als Kompression ist zstd vorgewählt. Die anderen Optionen sind lzo-rle, lzo, lz4 und lz4hc. Lassen Sie zstd stehen.
Eine Swap-Partition oder eine Swap-Datei richtet dieses Menü in 4.5 nicht ein. Das ist wichtig, wenn Sie den Ruhezustand (Hibernation) nutzen wollen. Der Ruhezustand schreibt den RAM-Inhalt auf die Platte und braucht dafür echten Swap auf der Platte. Den richten Sie dann nach der Installation selbst ein, oder Sie partitionieren manuell.
Bootloader und Kernel
Bootloader
archinstall 4.5 kennt diese Einträge: No bootloader, Systemd-boot, Grub, Efistub, Limine und Refind. Auf einem UEFI-System ist Systemd-boot vorgewählt, auf einem alten BIOS-System Grub. Ohne UEFI bietet archinstall nur Grub und Limine an, denn Systemd-boot, Efistub und Refind funktionieren nur mit UEFI. Die ESP muss mit FAT formatiert sein. Das Standardlayout erledigt das.
Mit Systemd-boot auf UEFI ist die Option „Unified kernel images“ vorab eingeschaltet. Ein Unified Kernel Image (UKI) packt Kernel, initramfs und Kernel-Befehlszeile in eine einzige EFI-Datei. Das vereinfacht den Bootvorgang und ist eine gute Basis, falls Sie Secure Boot später wieder einrichten. Grub ist die Wahl für ein BIOS-System. „Install to removable location“ gibt es nur bei Grub und Limine. Das hilft bei Firmware, die eigene Boot-Einträge vergisst. Die Frage nach Plymouth (ein grafischer Startbildschirm, „Would you like to enable it?“) steht auf Nein. Für eine erste Installation lassen Sie sie so, denn ohne Plymouth sehen Sie beim Start die Meldungen, falls etwas schiefgeht.
Kernels und Additional firmware
Vorgewählt ist linux, der Standard-Kernel. Außerdem stehen linux-lts, linux-zen, linux-hardened, linux-rt und linux-rt-lts zur Wahl. Die RT-Varianten (Echtzeit) sind in 4.5 neu hinzugekommen. Ein bewährter Trick: Installieren Sie linux und zusätzlich linux-lts. Bricht ein neuer Kernel einmal etwas, wählen Sie im Bootmenü den LTS-Kernel und haben ein startfähiges System für die Reparatur.
Additional firmware fragt nach optionaler Firmware, die linux-firmware nicht mitbringt. Das Menü sagt das selbst: „none are pulled in by linux-firmware“. Sie brauchen das nur, wenn ein Gerät nach der Installation nicht funktioniert.
Hostname, Benutzer und Desktop-Profil
Hostname
Der Standard ist archlinux. Geben Sie dem Rechner einen eigenen Namen, etwa thinkpad oder arbeitsplatz. Der Name erscheint im Netzwerk und in der Eingabeaufforderung.
Authentication: Root und Benutzer
Das Untermenü hat Root password, User account und U2F login setup. Unter User account wählen Sie „Add a user“, vergeben Name und Passwort und beantworten die Frage Should "<name>" be a superuser (sudo)? mit Ja. Damit bekommt der Benutzer sudo-Rechte. Ein Root-Passwort ist dann optional, denn Install akzeptiert auch einen sudo-Benutzer allein. Die Frage „Enable passwordless sudo?“ beantworten Sie auf einem Laptop mit Nein. Sonst kann jedes Programm, das unter Ihrem Konto läuft, ohne Rückfrage Root-Rechte bekommen.
Profile: Desktop oder Minimal
Das Profil-Menü hat die Einträge Type, Graphics driver und Greeter. Unter „Select a profile type“ stehen unter anderem Desktop, Minimal, Server, Xorg und Custom. Für eine Workstation nehmen Sie Desktop. Die Liste der Desktops erzeugt archinstall zur Laufzeit. In 4.5 gehören unter anderem GNOME, KDE Plasma, Xfce, Cinnamon, COSMIC, Sway, Hyprland und niri dazu.
Zwei Beispiele, was dahinter passiert: GNOME installiert die Pakete gnome und gnome-tweaks und nutzt GDM als Anmeldebildschirm. KDE Plasma installiert plasma-meta und als Greeter den Plasma Login Manager. Jedes Desktop-Profil bringt außerdem eine Grundausstattung mit, darunter nano, vim, openssh, htop und wget. Wählen Sie Minimal, bekommen Sie nur eine Konsole und bauen den Rest selbst auf.
Unter Graphics driver wählen Sie den Eintrag, der zu Ihrer Grafikkarte passt. Der Greeter ist der Anmeldebildschirm. archinstall schlägt zum gewählten Desktop den passenden vor, und den lassen Sie stehen.
Applications
Hier richten Sie Dienste ein, die ein Desktop fast immer braucht: Audio, Bluetooth, Energieverwaltung, Druckdienst, Firewall und Schriften. Beim Audio-Server haben Sie die Wahl zwischen No audio server, Pipewire und Pulseaudio. archinstall wählt keinen davon vor. Nehmen Sie Pipewire, wenn Sie keinen besonderen Grund für Pulseaudio haben. Als Firewall bietet das Menü UFW oder firewalld an. Bei den Schriften lohnt sich Noto CJK, wenn Sie Webseiten mit chinesischen, japanischen oder koreanischen Zeichen öffnen. Ohne eine passende Schrift erscheinen dort leere Kästchen.
Netzwerk, Pacman, Zeitzone und die Installation
Network configuration
Das Menü zeigt den Hinweis „Recommended: Network Manager for desktop, Manual for server“. Die Optionen in 4.5 sind unter anderem „Copy ISO network configuration to installation“, „Use Network Manager (default backend)“, „Use Network Manager (iwd backend)“ und „Manual configuration“. Vorgewählt ist nichts. Lassen Sie diesen Punkt leer, hat das neue System beim ersten Start womöglich kein Netz, weil kein Netzwerkdienst eingerichtet wurde. Für einen Laptop mit Desktop wählen Sie „Use Network Manager (default backend)“. Desktops wie GNOME und KDE Plasma bringen dafür eine grafische Steuerung mit, und Sie wechseln WLANs per Mausklick.
Pacman und Additional packages
Im Pacman-Menü sind farbige Ausgabe und 5 parallele Downloads voreingestellt. Die Zahl der parallelen Downloads zeigt das Menü nur im erweiterten Modus. Unter Additional packages tragen Sie Pakete aus den offiziellen Repositories ein, die gleich mit installiert werden sollen, zum Beispiel firefox.
Timezone und Automatic time sync (NTP)
Die Zeitzone steht auf UTC. Für Deutschland wählen Sie Europe/Berlin, für Österreich Europe/Vienna, für die Schweiz Europe/Zurich. Bleibt UTC stehen, geht die Uhr in der Desktop-Leiste ein oder zwei Stunden falsch. Automatic time sync (NTP) ist eingeschaltet. Lassen Sie es so, denn ohne korrekte Zeit scheitern später wieder Signaturprüfungen.
Save configuration und Install
Save configuration speichert Ihre Auswahl. Damit können Sie dieselbe Installation auf einem zweiten Rechner wiederholen. Danach wählen Sie Install, und archinstall führt alle Schritte aus. Am Ende entfernen Sie den Stick oder das ISO aus der VM und starten neu.
Die ersten Schritte nach dem ersten Start
Melden Sie sich mit dem angelegten Benutzer an und öffnen Sie ein Terminal. Der erste Befehl ist immer ein vollständiges Update:
sudo pacman -Syu-y lädt die Paketdatenbanken neu, -u aktualisiert alle installierten Pakete auf diesen Stand. Führen Sie niemals pacman -Sy allein aus und installieren danach einzelne Pakete. Das ArchWiki sagt dazu deutlich: „never run pacman -Sy; instead, always use pacman -Syu.“ Der Grund: Ein einzelnes neues Paket kann neuere Bibliotheken erwarten, als auf dem Rest des Systems liegen. Arch unterstützt solche Teil-Upgrades nicht, und Programme starten dann mit Fehlern zu fehlenden Bibliotheken.
Wenn das Update an Signaturen scheitert
Nach längerer Pause bricht ein Update manchmal so ab:
error: failed to commit transaction (invalid or corrupted package (PGP signature))Prüfen Sie zuerst die Uhrzeit mit timedatectl. Eine falsche Systemzeit lässt gültige Signaturen ungültig aussehen. Stimmt die Zeit, ist oft der Schlüsselbund veraltet: Ein Paket wurde mit einem Schlüssel signiert, den Ihr System noch nicht kennt. Das ArchWiki beschreibt für diesen Fall, zuerst das Paket archlinux-keyring und danach den Rest zu aktualisieren:
sudo pacman -Sy --needed archlinux-keyring && sudo pacman -SuLaut Wiki ist das kein Teil-Upgrade, weil die Datenbank synchronisiert wird, zuerst der Schlüsselbund kommt und danach sofort das ganze System. Hilft auch das nicht, beschreibt das Wiki als letzte Stufe ein Zurücksetzen des Schlüsselbunds mit pacman-key --init und pacman-key --populate. Dieselbe Fehlerklasse taucht bei Arch-basierten Systemen auf, und die Anleitung zu Keyring-Fehlern bei Omarchy-Updates zeigt den Ablauf an einem konkreten Fall.
Vorsicht mit dem AUR
Das AUR (Arch User Repository) ist eine Sammlung von Bauanleitungen, die Nutzer hochladen. Das ArchWiki ist da eindeutig: „AUR packages are user-produced content. These PKGBUILDs are completely unofficial and have not been thoroughly vetted.“ Sie nutzen das AUR auf eigenes Risiko. Lesen Sie vor jedem Bau die PKGBUILD und eventuelle .install-Dateien, denn darin steht, welche Befehle auf Ihrem Rechner laufen. AUR-Helfer, die diesen Schritt automatisieren, unterstützt Arch offiziell nicht. Installieren Sie also zuerst alles, was es in den offiziellen Repositories gibt, und greifen Sie nur für den Rest zum AUR.
Wann der manuelle Weg mit pacstrap besser ist
Der klassische Weg steht im ArchWiki unter „Installation guide“. Sie partitionieren selbst, installieren das Grundsystem mit pacstrap -K /mnt base linux linux-firmware, wechseln mit arch-chroot in das neue System und richten Locale, Zeitzone, Bootloader und Benutzer von Hand ein. Das Paket base ist dabei das einzige Pflichtpaket.
Meine Einschätzung, keine offizielle Empfehlung: Der manuelle Weg ist die bessere Wahl, wenn Ihr Ziel ist, Arch zu verstehen. Wer jede Datei selbst geschrieben hat, findet sie wieder, wenn später etwas klemmt. Er ist auch die bessere Wahl bei Layouts, die archinstall nicht abbildet, zum Beispiel ein Dual-Boot neben Windows mit sehr eigener Aufteilung oder eine Swap-Partition für den Ruhezustand. Außerdem hängt er nicht an Menüs, die sich zwischen archinstall-Versionen verschieben.
archinstall ist die bessere Wahl, wenn Sie ein funktionierendes System mit Desktop wollen und die Einzelschritte schon kennen oder später lernen möchten. Ein ehrlicher Mittelweg: Installieren Sie einmal mit archinstall in einer VM, lesen Sie dann das Installation guide und vergleichen Sie, welche Dateien archinstall für Sie geschrieben hat.
FAQ
Warum bootet der Arch-Linux-USB-Stick nicht?
Der häufigste Grund ist Secure Boot. Das ArchWiki schreibt: „Arch Linux installation images do not support Secure Boot.“ Schalten Sie Secure Boot im UEFI-Setup Ihres Rechners aus und starten Sie erneut vom Stick. Prüfen Sie außerdem vorher mit b2sum -c b2sums.txt und der Signatur, ob das ISO vollständig und echt ist. Nach der Installation können Sie Secure Boot wieder einrichten.
Wie stelle ich bei archinstall die deutsche Tastatur und Sprache ein?
Im Live-System setzt loadkeys de-latin1 das deutsche Layout, sonst sind y und z vertauscht. In archinstall öffnen Sie dann das Menü Locales und wählen unter Keyboard layout de-latin1 und unter Locale language de_DE.UTF-8. Die Zeitzone stellen Sie getrennt davon unter Timezone auf Europe/Berlin, denn archinstall 4.5 steht dort standardmäßig auf UTC.
Welches Dateisystem soll ich in archinstall wählen, btrfs oder ext4?
archinstall 4.5 bietet btrfs, ext4, xfs und f2fs an. Für eine Workstation ist btrfs mit den Standard-Subvolumes eine gute Wahl, weil Sie mit Snapper oder Timeshift Snapshots anlegen und ein fehlerhaftes Update zurückrollen können. ext4 ist einfacher und seit Jahren bewährt, kann aber keine Snapshots. Wer neu bei Arch ist, profitiert von btrfs mit Snapshots am meisten.
Kann ich Arch Linux mit archinstall auf einem VPS installieren?
Diese Anleitung ist für eigene Rechner und lokale VMs geschrieben, nicht für Server. Ein VPS startet normalerweise aus einem Image des Hosters und nicht von einem eigenen ISO, und ob Arch in der Image-Liste steht, entscheidet der Hoster. Bei SSD Nodes prüfen Sie die aktuelle Betriebssystem-Liste auf der Bestellseite. Für einen Server ist eine Distribution mit Langzeitpflege wie Ubuntu LTS oder Debian meist die ruhigere Wahl als ein Rolling Release.
Was tun, wenn pacman -Syu mit „invalid or corrupted package (PGP signature)“ abbricht?
Prüfen Sie zuerst mit timedatectl, ob die Systemzeit stimmt, denn eine falsche Zeit lässt gültige Signaturen scheitern. Stimmt sie, aktualisieren Sie zuerst den Schlüsselbund mit sudo pacman -Sy --needed archlinux-keyring && sudo pacman -Su. Laut ArchWiki ist das kein Teil-Upgrade. Erst wenn das nicht hilft, setzen Sie den Schlüsselbund mit pacman-key --init und pacman-key --populate zurück.