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Anleitungen Matt ConnorVon Matt Connor

Storage-VPS-Angebot prüfen: Datenblatt Zeile für Zeile

Preis pro Terabyte, RAID-Stufe, IOPS-Limit, Fair-Use im unbegrenzten Traffic, Snapshots, Mindestlaufzeit und Standort: So prüfen Sie ein Storage-VPS-Angebot vor der Unterschrift.

Storage-VPS-Angebot prüfen: die kurze Antwort

Ein Storage-VPS-Angebot prüfen Sie in zwei Durchgängen. Der erste ist der Preis pro Terabyte und Monat, und den rechnen Sie selbst aus, weil kaum ein Anbieter ihn hinschreibt. Der zweite sind die Zeilen, die darüber entscheiden, ob Sie den Server in zwölf Monaten noch benutzen wollen: RAID-Stufe, I/O-Grenzen, die Fair-Use-Klausel im Traffic, die Inode-Grenze, die Abrechnung der Snapshots, Mindestlaufzeit und Standort der Platten.

Ein Storage VPS ist ein virtueller Server mit sehr viel Plattenplatz und wenig CPU. Er kostet pro Terabyte einen Bruchteil eines normalen VPS, weil hinter der Zahl rotierende Festplatten stehen und keine NVMe-Laufwerke. Wenn dieser Unterschied für Sie neu ist, klären Sie zuerst, worin sich ein Storage VPS von einem normalen VPS unterscheidet.

Was kostet ein Terabyte wirklich?

Rechnen Sie jedes Angebot auf Euro pro Terabyte und Monat um. Vorher sind zwei Tarife nicht vergleichbar. Die Staffel fällt dabei nie gleichmäßig, sondern flacht nach oben ab.

ChartBeispielrechnung: Monatspreis und Preis pro Terabyte je Stufe
The data behind this chart
[
  {
    "plan": "1 TB",
    "preis_eur": 6,
    "speicher_tb": 1,
    "eur_pro_tb": 6
  },
  {
    "plan": "2 TB",
    "preis_eur": 10,
    "speicher_tb": 2,
    "eur_pro_tb": 5
  },
  {
    "plan": "4 TB",
    "preis_eur": 16,
    "speicher_tb": 4,
    "eur_pro_tb": 4
  },
  {
    "plan": "8 TB",
    "preis_eur": 24,
    "speicher_tb": 8,
    "eur_pro_tb": 3
  }
]

Die Zahlen oben sind eine Beispielrechnung und kein Angebot, Stand September 2026. Sie zeigen die Form, die fast jede Staffel hat: die kleinste Stufe kostet 6 Euro pro Terabyte und Monat, die größte nur noch 3 Euro. 8 TB für 24 Euro sind pro Terabyte halb so teuer wie die Einstiegsstufe. Wer knapp über eine Stufengrenze rutscht, zahlt den schlechtesten Preis im ganzen Tarif. Klären Sie deshalb vor dem Vergleich, wie viel Speicher Sie in zwei Jahren wirklich brauchen.

Diese Posten fehlen in der Rechnung, und sie stehen woanders im Angebot:

  • Netto oder brutto. Geschäftskundenpreise sind netto. Aus 24 Euro netto werden mit 19 Prozent Umsatzsteuer rund 28,60 Euro brutto.
  • Einrichtungsgebühr. Eine einmalige Gebühr von 20 Euro verteilt sich über die Mindestlaufzeit: bei zwölf Monaten sind das 1,67 Euro pro Monat, und die gehören in den Vergleich.
  • Vorauszahlung. Der Jahrespreis ist oft günstiger, bindet aber Geld und Vertrag gleichzeitig.
  • Nutzbare statt beworbener Kapazität. Dazu der nächste Abschnitt.

Das Muster kennen Sie von den billigen Rechenservern. Wie man die dort üblichen Auslassungen erkennt, steht in wie man ein billiges VPS-Angebot liest, und es gilt hier Zeile für Zeile.

Warum zeigt df weniger Speicher an als das Angebot?

Weil zwei verschiedene Einheiten dasselbe Wort benutzen. Anbieter rechnen dezimal: 1 TB sind 1.000.000.000.000 Byte. df -h rechnet binär und zeigt Tebibyte an. Aus 8 TB im Angebot werden so 7,3 TiB in der Ausgabe. Es fehlt nichts, es ist dieselbe Menge in einer anderen Einheit.

Dazu kommt die Reserve des Dateisystems. ext4 hält beim Formatieren standardmäßig 5 Prozent der Kapazität für root frei, damit ein volles Dateisystem noch zu reparieren ist. Auf 8 TB sind das rund 400 GB. Auf einem Laufwerk, auf dem nur Backups liegen, ist das verschenkter Platz.

df -h /mnt/storage
lsblk -o NAME,SIZE,MOUNTPOINT
sudo tune2fs -m 1 /dev/sdb1
df -h /mnt/storage

Nach dem tune2fs meldet df -h rund vier Prozent mehr freien Platz, weil die Reserve sofort aus dem Superblock gelesen wird. Prüfen Sie mit lsblk vorher, dass /dev/sdb1 wirklich Ihr Datenlaufwerk ist. Auf dem Systemlaufwerk hat die Reserve einen Zweck: ohne freie Blöcke schreibt weder das Log noch der Paketmanager weiter.

HDD, SSD-Cache oder NVMe: was heißt das für die Wiederherstellung?

Viele Datenblätter schreiben nur „SSD-beschleunigt“. Fragen Sie nach, was genau beschleunigt wird.

Eine einzelne Festplatte liefert sequenziell etwa 150 bis 250 MB/s, bei zufälligen Zugriffen aber nur rund 100 bis 200 Operationen pro Sekunde, weil der Schreib-Lese-Kopf mechanisch bewegt werden muss. Das sind veröffentlichte Richtwerte für aktuelle 3,5-Zoll-Laufwerke, keine Messung an Ihrem Server. Was auf einem geteilten Verbund davon ankommt, steht in welche Plattenleistung Sie bei einem Storage VPS erwarten dürfen.

Ein SSD-Cache (bcache, LVM cache oder ein special vdev unter ZFS) hält die zuletzt benutzten Blöcke auf Flash. Das beschleunigt das Schreiben neuer Backups und das Durchsuchen von Metadaten. Bei einer Wiederherstellung hilft es kaum, weil ein Restore genau die Daten liest, die seit Wochen niemand angefasst hat. Diese Blöcke liegen definitionsgemäß nicht im Cache. Reines NVMe ist pro Terabyte um ein Vielfaches teurer und in Storage-Tarifen selten.

ChartRechenbeispiel: Wiederherstellung von 1 TB bei verschiedenen Durchsatzraten
The data behind this chart
[
  {
    "label": "HDD-Pool, 40 MB/s",
    "mb_pro_s": 40,
    "minuten_fuer_1_tb": 417
  },
  {
    "label": "1 Gbit/s Netz, 110 MB/s",
    "mb_pro_s": 110,
    "minuten_fuer_1_tb": 152
  },
  {
    "label": "SSD-Cache warm, 250 MB/s",
    "mb_pro_s": 250,
    "minuten_fuer_1_tb": 67
  },
  {
    "label": "NVMe lokal, 800 MB/s",
    "mb_pro_s": 800,
    "minuten_fuer_1_tb": 21
  }
]

Die Minuten sind reine Rechnung: 1 TB geteilt durch den angenommenen Durchsatz. Auf einem langsamen Verbund dauert ein Restore von 1 TB rund 417 Minuten, also fast sieben Stunden. Über eine Anbindung mit 1 Gbit/s sind es rund 152 Minuten, gut zweieinhalb Stunden. Die 21 Minuten der letzten Zeile erreichen Sie über das Netz nie, denn ein Gigabit pro Sekunde sind in der Praxis rund 110 MB/s. Fast jede Wiederherstellung ist deshalb netzgebunden und nicht plattengebunden. Das ist die Zahl, die im Ernstfall zählt, nicht der Datenträgertyp auf der Produktseite.

Welches RAID steckt hinter der Zahl, und wovor schützt es nicht?

„RAID-geschützt“ ist keine Angabe, sondern ein Wort. Fragen Sie nach der Stufe, nach der Anzahl der Platten und danach, ob ein Hardware-Controller oder ZFS dahintersteht.

RAID 1 und RAID 10 spiegeln. Die Hälfte der Rohkapazität ist weg, dafür ist ein Wiederaufbau nur ein Kopiervorgang von einer Platte auf eine andere. RAID 5, RAID 6, RAID-Z1 und RAID-Z2 rechnen mit Parität und kosten deshalb nur eine oder zwei Platten Kapazität. Ihr Wiederaufbau liest dafür jede verbliebene Platte vollständig. Eine kurze Rechnung zeigt, was das bedeutet: ein 18-TB-Laufwerk lässt sich bei 150 MB/s frühestens in rund 33 Stunden vollschreiben. So lange ist der Verbund langsam und verwundbar. Fällt in diesem Fenster bei RAID 5 eine zweite Platte aus, sind die Daten verloren. Bei großen Platten ist doppelte Parität deshalb das Minimum, und die Unterschiede im Detail stehen in RAID 10 erklärt für VPS-Speicher.

RAID schützt gegen genau einen Fehler: eine defekte Platte. Es schützt nicht gegen ein falsches rm -rf, nicht gegen einen Verschlüsselungstrojaner, der Ihre Dateien sauber überschreibt, nicht gegen einen Fehler in Ihrer Sicherungssoftware und nicht gegen einen gekündigten Vertrag. Alles davon schreibt der Verbund fehlerfrei auf alle Platten. Die Frage, ob ein Storage VPS schon ein Backup ist, ist von der RAID-Stufe deshalb unabhängig.

IOPS, Durchsatz und die Drosselung im Kleingedruckten

Nennt ein Datenblatt keine IOPS, dann ist keine Leistung zugesichert. Das ist keine Unterstellung, das ist der Inhalt der Auslassung.

Anbieter begrenzen die I/O pro virtueller Maschine, sonst legt ein einzelner Kunde den Verbund für alle lahm. Technisch macht das der Hypervisor (QEMU kennt iops_rd, iops_wr und bps_total) oder cgroup v2 über io.max. Im Messwert sieht das so aus: die ersten Sekunden laufen schnell, dann fällt die Rate auf einen festen Wert und bleibt dort. Das ist ein aufgebrauchtes Burst-Kontingent. Messen Sie deshalb über mindestens 60 Sekunden und nicht über zehn.

sudo apt update && sudo apt install -y fio
fio --name=seq --rw=write --bs=1M --size=8G --end_fsync=1 --filename=/mnt/storage/fio.test
fio --name=rand --rw=randread --bs=4k --iodepth=32 --ioengine=libaio --direct=1 --size=4G --runtime=60 --time_based --filename=/mnt/storage/fio.test
rm -f /mnt/storage/fio.test

Interessant sind in der Ausgabe bw= für den Durchsatz, IOPS= und der Block clat percentiles. Ein 99-Perzentil von mehreren hundert Millisekunden heißt, dass andere Kunden auf denselben Platten arbeiten. Führen Sie diesen Test in den ersten Tagen nach der Bereitstellung aus, solange ein Widerruf oder eine Kündigung noch einfach ist.

Was bedeutet „unbegrenzter Traffic“ im Vertrag?

Unbegrenzt heißt: nicht nach Volumen abgerechnet. Es heißt nicht: nicht begrenzt. Die Grenze steht in der Fair-Use-Klausel der AGB, und meistens ist sie die Anbindung selbst. Ein Uplink mit 1 Gbit/s überträgt im Dauerbetrieb rund 324 TB in 30 Tagen. Mit dieser Menge kalkuliert kein Anbieter, also steht irgendwo eine Bedingung.

Vier Formulierungen entscheiden:

  • „Anbindung 1 Gbit/s“ beschreibt den Port. „Garantierte Bandbreite 1 Gbit/s“ ist eine Zusage. Das sind verschiedene Dinge.
  • „Nach X TB Drosselung auf Y Mbit/s“: beide Zahlen gehören ins Angebot, sonst sind sie beliebig.
  • Wird eingehender und ausgehender Verkehr gezählt, oder nur eine Richtung?
  • Ist Verkehr zwischen zwei Servern desselben Anbieters kostenfrei?

Die Drosselung ist der Punkt, der bei einem Backup-Ziel wirklich zählt. 10 Mbit/s sind 1,25 MB/s, und damit dauert die Wiederherstellung von 1 TB rund neun Tage. Was hinter den einzelnen Formulierungen steckt, steht ausführlich in was unbegrenzter Traffic wirklich bedeutet.

Inodes und Dateianzahl: die Grenze, die niemand nennt

Jede Datei und jedes Verzeichnis belegt einen Inode, also einen Eintrag in der Verwaltungstabelle des Dateisystems. Bei ext4 wird deren Anzahl beim Formatieren festgelegt und lässt sich danach nicht mehr erhöhen. Sind die Inodes aufgebraucht, meldet der Server No space left on device, obwohl df -h freien Platz zeigt.

df -h /mnt/storage
df -i /mnt/storage

Die zweite Ausgabe hat die Spalte IUse%. Steht dort ein Wert nahe 100, ist die Ursache gefunden. Wer Maildirs, Fotosammlungen oder ein Nextcloud-Datenverzeichnis mit Vorschaubildern sichert, kommt schnell auf Millionen kleiner Dateien. Ein Backup-Programm, das die Daten in große Pakete schreibt, umgeht das Problem: ein restic-Repository von 1 TB besteht aus einigen zehntausend Pack-Dateien, egal wie viele Quelldateien Sie gesichert haben. Das ist neben der Deduplizierung der praktische Grund, Backups mit restic auf ein VPS zu schreiben statt Verzeichnisse mit rsync zu spiegeln.

Managed-Produkte nennen keine Inodes, sondern eine maximale Dateianzahl pro Speicherplatz. Suchen Sie diese Zahl im Datenblatt und vergleichen Sie sie mit Ihrem heutigen Bestand.

Sind Snapshots inklusive oder werden sie berechnet?

Ein Snapshot ist ein eingefrorener Stand desselben Datenträgers. Er ist billig zu erzeugen und im Alltag nützlich, steht im Angebot aber oft als eigene Position. Vier Fragen klären ihn:

  • Kostet Snapshot-Speicher extra pro GB, oder zählt er gegen Ihr Kontingent?
  • Wie viele Snapshots dürfen gleichzeitig bestehen?
  • Werden sie nach einer Frist automatisch gelöscht?
  • Was passiert mit ihnen, wenn der Server neu aufgesetzt oder gekündigt wird?

Der Preis ist dabei selten das Problem, die Erwartung schon. Der Snapshot liegt auf demselben Speichersystem wie die Daten. Er rettet Sie nach einem falschen Löschbefehl. Er rettet Sie nicht, wenn dieses Speichersystem ausfällt oder wenn Ihr Konto gesperrt wird. Eine zweite Kopie an einem anderen Ort bleibt Pflicht, und genau dafür gibt es ein VPS als Offsite-Backup-Ziel.

Wo stehen die Platten? Nürnberg, Falkenstein, Frankfurt

Fragen Sie nach dem konkreten Rechenzentrum, nicht nach dem Land. „Serverstandort Deutschland“ auf der Startseite ist manchmal die Adresse der Firma und nicht der Ort der Platten. Ein Anbieter, der Ihnen Nürnberg, Falkenstein oder Frankfurt nennt, kann Ihnen auch sagen, wo die Backups liegen, und das ist häufig ein anderes Haus in einem anderen Land.

Für personenbezogene Daten brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, und zwar bevor die ersten Daten auf dem Server liegen. Ein brauchbarer AVV nennt die Unterauftragsverarbeiter namentlich, beschreibt die technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO und regelt Löschung und Rückgabe am Vertragsende. Deutsche Anbieter stellen ihn üblicherweise als Dokument im Kundenkonto bereit. Fehlt er, ist das ein Ausschlusskriterium und keine Verhandlungssache. Sitzt die Muttergesellschaft außerhalb der EU, kommt die Frage nach dem Drittlandtransfer nach Art. 44 ff. DSGVO dazu, auch wenn die Platten in Deutschland stehen. Das ist keine Rechtsberatung, aber es sind die Punkte, nach denen jede Prüfung fragt.

Client-seitige Verschlüsselung entschärft den Rest. Sieht der Anbieter nur Blöcke ohne Schlüssel, sind die Rohdaten für Dritte wertlos, und wie das praktisch aussieht, steht in Daten auf einem Storage VPS verschlüsseln. Welche Anbieter überhaupt hier stehen, sammelt die Übersicht der Storage-VPS-Anbieter in Deutschland, und was der EU-Standort im Preis ausmacht, rechnet Datenstandort in der EU und seine Kosten vor.

Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Preisgarantie

Deutsche Hostingverträge tragen fast immer eine Laufzeit. Üblich sind ein Monat oder zwölf Monate, dazu eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Laufzeitende und eine automatische Verlängerung. Rechnen Sie den günstigen Jahrespreis deshalb immer gegen die Bindung.

Für Verbraucherverträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt das Gesetz für faire Verbraucherverträge: Der Vertrag verlängert sich nur noch auf unbestimmte Zeit und ist danach mit einer Frist von einem Monat kündbar. Seit dem 1. Juli 2022 muss im Verbrauchergeschäft außerdem ein Kündigungsbutton auf der Website stehen (§ 312k BGB). Als Firma haben Sie diesen Schutz nicht: dort kann sich der Vertrag wirksam um weitere zwölf Monate verlängern.

Zwei weitere Zeilen lohnen den Blick. „Preis für die Vertragslaufzeit garantiert“ ist etwas anderes als eine Preisanpassungsklausel, die Erhöhungen mit Ankündigung erlaubt. Und im Kündigungsfall zählt, wie lange Sie nach dem Vertragsende noch an Ihre Daten kommen. Halten Sie diese Frist gegen die Zeit, die der Download braucht: mit der Drosselgrenze von oben ist ein Umzug von mehreren Terabyte kein Nachmittag. Wie so ein Wechsel abläuft, steht in einen Server auf ein neues VPS umziehen.

Storage VPS oder Managed Storage Box?

Das sind zwei Produkte mit zwei verschiedenen Fehlermodi. Eine Storage Box ist kein Server. Sie bekommen keinen Root-Zugang und keine eigene Software, sondern Protokolle: SFTP, rsync über SSH, SMB, WebDAV und bei manchen Anbietern einen BorgBackup-Endpunkt. Dafür gibt es nichts zu warten und keine Kernel-Updates einzuspielen.

Der Unterschied zeigt sich im Fehlerfall. Auf dem Storage VPS ist jedes Problem Ihres, vom vollen Dateisystem bis zum Sicherheitsupdate, aber Sie können sich per SSH anmelden und nachsehen. Bei der Storage Box gibt es nichts nachzusehen: klemmt der Dienst, schreiben Sie ein Ticket und warten. Welche Seite besser passt, hängt daran, was auf dem Speicher laufen soll. Storage VPS gegen Managed Storage Box stellt beide Modelle nebeneinander. Sobald Sie eigene Dienste brauchen, etwa um einen Medienserver auf dem Storage VPS zu betreiben, beantwortet sich die Frage von selbst.

Die Go/No-Go-Checkliste für zwei Angebote

Legen Sie beide Angebote nebeneinander und beantworten Sie jeden Punkt für beide. Eine Zeile ohne Antwort ist eine Absage und keine offene Frage.

  1. Euro pro Terabyte und Monat, netto, inklusive anteiliger Einrichtungsgebühr.
  2. Nutzbare Kapazität in TiB statt beworbener Kapazität in TB.
  3. RAID-Stufe im Klartext, schriftlich vom Anbieter.
  4. Datenträgertyp, und ob der Cache beim Lesen kalter Daten überhaupt hilft.
  5. Zugesicherte IOPS oder zugesicherter Durchsatz. Fehlt beides, gibt es keine Zusage.
  6. Traffic: garantierte Bandbreite, Drosselgrenze in TB, Drosselwert in Mbit/s.
  7. Inode-Grenze oder maximale Dateianzahl.
  8. Snapshots: inklusive, Anzahl, Aufbewahrung, Abrechnung.
  9. Konkretes Rechenzentrum und Standort der Backups.
  10. AVV verfügbar, Unterauftragsverarbeiter gelistet, Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO dokumentiert.
  11. Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerungsdauer, Preisgarantie.
  12. Wiederherstellungsdauer für Ihre größte Datenmenge, gerechnet mit dem Drosselwert aus Punkt 6.

Ein Angebot, bei dem drei dieser Zeilen leer bleiben, weil der Anbieter nicht antwortet, ist keine Sparoption. Es ist ein Angebot ohne Zusagen. Die ausführliche Fassung dieser Liste steht in der Checkliste für die Auswahl eines Storage VPS.

FAQ

Was bedeutet unbegrenzter Traffic bei einem Storage VPS wirklich?

Es bedeutet, dass der Verkehr nicht nach Volumen abgerechnet wird. Eine Grenze gibt es trotzdem, und sie steht in der Fair-Use-Klausel der AGB: meist eine Drosselung auf einen niedrigen Wert, sobald eine bestimmte Menge erreicht ist. Lassen Sie sich beide Zahlen nennen, die Menge in TB und den Drosselwert in Mbit/s. Bei 10 Mbit/s dauert die Wiederherstellung von 1 TB rund neun Tage, und das ist der Wert, der im Ernstfall zählt.

Reicht das RAID des Anbieters als Backup?

Nein. RAID schützt gegen den Ausfall einer Platte, sonst gegen nichts. Ein rm -rf, ein Verschlüsselungstrojaner oder ein Fehler in Ihrer Sicherungssoftware wird sauber auf alle Platten des Verbunds geschrieben. Ein Backup braucht eine zweite Kopie an einem anderen Ort und einen Wiederherstellungstest, den Sie wirklich durchgeführt haben.

Warum meldet der Server „kein Platz mehr“, obwohl df freien Speicher zeigt?

Dann sind die Inodes aufgebraucht. Jede Datei belegt einen Eintrag in der Verwaltungstabelle des Dateisystems, und bei ext4 wird deren Anzahl beim Formatieren festgelegt. df -i zeigt die Auslastung in der Spalte IUse%. Millionen kleiner Dateien, etwa aus Maildirs oder Vorschaubildern, erreichen diese Grenze lange vor der Kapazitätsgrenze. Ein Backup-Format, das die Daten in große Pakete schreibt, vermeidet das.

Brauche ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag für einen deutschen Storage VPS?

Sobald Sie dort personenbezogene Daten speichern, ja, auch wenn es nur Backups sind und auch wenn diese verschlüsselt sind. Art. 28 DSGVO verlangt den Vertrag vor Beginn der Verarbeitung. Er sollte die Unterauftragsverarbeiter namentlich nennen, die Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO beschreiben und die Löschung am Vertragsende regeln. Ein Anbieter, der ihn nicht bereitstellt, scheidet aus.

Wie lange sollte ich mich vertraglich binden?

So kurz, wie der Preisunterschied es erlaubt. Ein Monatsvertrag kostet ein paar Euro mehr und lässt Ihnen Zeit, den Server in den ersten Wochen mit fio und einer echten Wiederherstellung zu prüfen. Bei zwölf Monaten Mindestlaufzeit rechnen Sie die Einrichtungsgebühr anteilig ein, prüfen die Verlängerungsdauer und notieren sich den letzten Kündigungstermin schon am Tag der Bestellung.