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Anleitungen Matt ConnorVon Matt Connor

Ubuntu Remote Desktop ohne Monitor: Remote Login per RDP

Ohne angemeldeten Nutzer brauchen Sie Remote Login. So richten Sie es unter Ubuntu 24.04 und 26.04 ein, in den Einstellungen oder per grdctl über SSH.

Ubuntu Remote Desktop ohne Monitor: die kurze Antwort

Für Ubuntu Remote Desktop ohne Monitor und ohne angemeldeten Nutzer brauchen Sie in GNOME den Modus Remote Login (auf Deutsch Fernanmeldung) und nicht die Bildschirmfreigabe. Remote Login ist ein eigener RDP-Dienst, der auf Systemebene läuft. Er zeigt Ihrem Client den Anmeldebildschirm von GDM, auch wenn an dem Rechner niemand angemeldet ist. Den Modus gibt es unter Ubuntu 24.04 und unter Ubuntu 26.04. Sie können ihn komplett über SSH einrichten.

Die Ausgangslage kennen viele. Ein Mini-PC oder Heimserver steht im Keller, oder ein VPS läuft im Rechenzentrum. Darauf läuft Ubuntu mit GNOME, aber kein Monitor ist angeschlossen. Am Schreibtisch hat die Bildschirmfreigabe funktioniert. Die Bildschirmfreigabe kann auch ohne Monitor einen virtuellen Bildschirm verwenden, braucht aber weiterhin eine bestehende Benutzersitzung; beim Sperren wird die Verbindung getrennt. Viele schalten deshalb die automatische Anmeldung ein und hoffen, dass sie hält. Für den Zugang ohne angemeldeten Nutzer hat GNOME Remote Login vorgesehen.

Zwei Begriffe vorab. RDP (Remote Desktop Protocol) ist das Protokoll, das auch Windows für entfernte Desktops nutzt. GDM (GNOME Display Manager) ist das Programm, das den grafischen Anmeldebildschirm zeigt.

Bildschirmfreigabe und Remote Login: zwei verschiedene Modi

GNOME bringt zwei Modi mit. Sie stehen in den Einstellungen auf derselben Seite, lösen aber verschiedene Aufgaben.

Die Bildschirmfreigabe (englisch Desktop Sharing) gibt eine Sitzung frei, in der schon jemand angemeldet ist. Laut GNOME-Hilfe ist sie dafür gedacht, anderen den eigenen Bildschirm zu zeigen. Erst mit dem zusätzlichen Schalter Fernsteuerung dürfen andere auch Maus und Tastatur bedienen. Zum Anmelden ist dieser Modus nicht gebaut. Ist niemand angemeldet, gibt es keine Sitzung, die er teilen könnte. Darum greifen so viele zur automatischen Anmeldung. Das ist ein Umweg und keine saubere Lösung.

Ein physischer Monitor ist für die Bildschirmfreigabe nicht grundsätzlich nötig. Das RDP-Schema der Versionen 46.3 und 50.2 unterstützt mit extend einen virtuellen Monitor. Stellen Sie den Modus im Konto der bestehenden Benutzersitzung mit gsettings set org.gnome.desktop.remote-desktop.rdp screen-share-mode extend ein. Die Benutzersitzung bleibt Voraussetzung.

Remote Login (deutsch Fernanmeldung) ist der Systemdienst von gnome-remote-desktop. Das Upstream-README nennt ihn „Headless multi user remote login“. Headless heißt hier: ohne Bildschirm. Der Ablauf hat zwei Stufen. Zuerst meldet sich der RDP-Client mit einem systemweiten Benutzernamen und Passwort beim Dienst an. Danach sieht er den GDM-Anmeldebildschirm. Dort meldet sich jede Person mit ihrem eigenen Linux-Konto an. Laut README gibt es diese Funktion nur über RDP, nicht über VNC.

Laut den Upstream-Änderungsnotizen kam Remote Login mit der Version 46.alpha von gnome-remote-desktop dazu. Ubuntu 24.04 liefert die Reihe 46, Ubuntu 26.04 die Reihe 50. Beide LTS-Versionen haben den Modus also.

Die Release Notes von Ubuntu 26.04 führen für Umsteiger von 24.04 eine Neuerung aus GNOME 47 auf: Remote-Login-Sitzungen bleiben bestehen, wenn Sie die Verbindung trennen. Ubuntu 24.04 hat diese Funktion ebenfalls erhalten: Die offizielle Update-Ankündigung vom 13. Januar 2026 nennt für gnome-remote-desktop 46.3-0ubuntu1.2 den Rückport der persistenten Headless-Sitzungen. Mit diesem Update bleiben Remote-Login-Sitzungen auch unter 24.04 nach dem Trennen bestehen.

Warum xrdp unter Ubuntu 26.04 nicht mehr mit GNOME geht

Viele ältere Anleitungen setzen auf xrdp. xrdp ist ein eigener RDP-Server, der eine X11-Sitzung startet. Mit Ubuntu 26.04 passt das nicht mehr zu GNOME. Ubuntu 26.04 LTS erschien am 23. April 2026 und bringt GNOME 50. Die Release Notes sagen es klar: Die Ubuntu-Desktop-Sitzung läuft nur noch auf Wayland, und GNOME Shell kann nicht mehr als X.org-Sitzung laufen. Wayland ist das neuere Grafiksystem, das X11 (auch X.org genannt) ablöst. Die Umstellung kam schon mit Ubuntu 25.10. Wer nur von LTS zu LTS wechselt, merkt sie aber erst mit 26.04.

Der Blog c-nergy.be hat die Folge am 2. Mai 2026 in einem Satz zusammengefasst: xRDP funktioniert gegen Ubuntu 26.04 nicht. Der Autor begründet das damit, dass GNOME 50 X11 nicht mehr unterstützt. Die Grundlage dafür steht in Ubuntus eigenen Release Notes: Es gibt keine GNOME-Sitzung unter X.org mehr.

Andere Desktops sind davon nicht betroffen. Laut denselben Release Notes lassen sich Xfce, MATE, i3 und KDE unter X11 weiter in einer X.org-Sitzung starten. Auch xrdp selbst bleibt im Archiv. Launchpad führte nach unserem Stand vom 27. Oktober 2026 im universe-Bereich die Version 0.9.24-4ubuntu0.1 für 24.04 und 0.10.1-4.1ubuntu0.1 für 26.04. Die Kombination aus xrdp und Xfce sollte also weiter möglich sein. Wie sie auf einem Server aussieht, zeigt unsere Anleitung Remote Desktop auf einem Linux-VPS mit xrdp und XFCE. Sie wurde für Ubuntu 24.04 geschrieben. Unter 26.04 sollten Sie jeden Schritt selbst nachprüfen.

Wer gerade plant, von Ubuntu 24.04 auf 26.04 zu aktualisieren, und bisher xrdp mit GNOME nutzt, sollte das vor dem Upgrade wissen. Nach dem Upgrade fehlt die GNOME-Sitzung unter X11, auf der das Setup aufbaut. Richten Sie deshalb vorher Remote Login ein, oder stellen Sie xrdp auf Xfce um. So stehen Sie nach dem Neustart nicht vor einem Rechner, den Sie nur noch per SSH erreichen.

Welche Version von gnome-remote-desktop ist installiert?

Diese Stände haben wir am 27. Oktober 2026 auf Launchpad abgelesen:

  • Ubuntu 24.04 (Noble Numbat): gnome-remote-desktop 46.3-0ubuntu1.2 im updates-Bereich, veröffentlicht am 13. Januar 2026.
  • Ubuntu 26.04 (Resolute Raccoon): gnome-remote-desktop 50.2-0ubuntu0.1 im updates-Bereich.

Prüfen Sie zuerst, was auf Ihrem Rechner installiert ist:

apt policy gnome-remote-desktop
grdctl --help

apt policy zeigt die installierte und die verfügbare Version. Fehlt das Paket, installieren Sie es im nächsten Abschnitt gleich mit. grdctl ist das Kommandozeilenwerkzeug von gnome-remote-desktop. Achten Sie in der Hilfe auf die Option --system. Sie steht im Quelltext der Versionen 46.3 und 50.2. Die Ubuntu-Manpage für 26.04 erwähnt sie dagegen nicht. Das ist eine Lücke in der Dokumentation. Maßgeblich ist, was grdctl --help auf Ihrem System ausgibt.

Die Unterbefehle weiter unten haben wir gegen den Quelltext der Version 50.2 geprüft. Die Hilfetexte unterscheiden sich zwischen 46 und 50 leicht. Bei 46.3 heißt es zu --system nur „Configure system daemon“, bei 50 kommt „for remote login“ dazu. Vergleichen Sie die Befehle besonders unter 24.04 mit Ihrer eigenen Ausgabe.

Remote Login in den GNOME-Einstellungen einschalten

Dieser Weg passt, wenn Sie einmal vor dem Rechner sitzen können, zum Beispiel mit einem geliehenen Monitor. Die GNOME-Hilfe für GNOME 50 beschreibt diesen Pfad:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen und dort den Bereich System.
  2. Wählen Sie die Seite Remote Desktop.
  3. Wechseln Sie zu Remote Login.
  4. Entsperren Sie das Panel. Dafür fragt GNOME nach einem Administrator-Passwort.
  5. Schalten Sie Remote Login ein.
  6. Notieren Sie unter Login Details den Benutzernamen und das Passwort. Diese Daten geben Sie später im RDP-Client ein.
  7. Lassen Sie sich den Fingerabdruck des Zertifikats anzeigen und notieren Sie ihn ebenfalls.

Laut GNOME-Hilfe setzt Remote Login seinen Port auf 3389. Die Bildschirmfreigabe weicht dann auf einen anderen Port aus, zum Beispiel 3390. Das ist wichtig, wenn Sie beide Modi eingeschaltet lassen.

Die deutschen Bezeichnungen. In der Upstream-Übersetzung von GNOME 50 heißt die Seite Remote Desktop „Bildschirmfreigabe“. Der Schalter für Remote Login heißt „Fernanmeldung“, der für die Fernsteuerung „Fernsteuerung“. Login Details heißt „Anmeldedetails“, und der Knopf für den Fingerabdruck heißt „Fingerabdruck prüfen“. Dabei gibt es eine Falle: Der Schalter für die Bildschirmfreigabe heißt ebenfalls „Bildschirmfreigabe“, genau wie die ganze Seite. Wer nur „Bildschirmfreigabe ist an“ liest, hat also womöglich den falschen Modus eingeschaltet. Diese Bezeichnungen stammen aus der GNOME-Übersetzungsdatei, nicht aus Ubuntus Sprachpaketen. Vergleichen Sie sie mit dem, was Ihr System anzeigt.

Unter Ubuntu 24.04 beschreibt auch die Upstream-Hilfe für GNOME 46 den Pfad Einstellungen, System, Remote Desktop, Remote Login.

Remote Login per grdctl über SSH einrichten

Hat der Rechner wirklich keinen Bildschirm, richten Sie Remote Login über SSH ein. Die Schritte folgen dem README von gnome-remote-desktop 50.2. Das README ist die Upstream-Dokumentation. Ubuntus Paket kann im Detail abweichen, deshalb lesen Sie nach jedem Schritt die Meldungen im Terminal.

Installieren Sie zuerst das Paket und OpenSSL für das Zertifikat:

sudo apt update
sudo apt install gnome-remote-desktop openssl

Der Systemdienst läuft unter einem eigenen Konto namens gnome-remote-desktop. Prüfen Sie, dass es existiert, und sehen Sie sich das Home-Verzeichnis an. Es steht im sechsten Feld der Zeile:

getent passwd gnome-remote-desktop

Kommt keine Zeile zurück, fehlt das Konto. Dann hören Sie hier auf und klären das zuerst, denn alle folgenden Schritte setzen es voraus.

TLS-Schlüssel und Zertifikat erzeugen

RDP verschlüsselt die Verbindung mit TLS (Transport Layer Security). Dafür braucht der Dienst einen Schlüssel und ein Zertifikat. Laut README sollen beide für den Systemdienst als Benutzer gnome-remote-desktop erzeugt werden. Das README nennt dafür mehrere Werkzeuge. Wir nutzen hier die OpenSSL-Variante aus dem README und führen sie als Dienstkonto aus:

sudo -u gnome-remote-desktop sh -c 'mkdir -p ~/.local/share/gnome-remote-desktop && openssl req -new -newkey rsa:4096 -days 720 -nodes -x509 -subj /C=SE/ST=NONE/L=NONE/O=GNOME/CN=gnome.org -out ~/.local/share/gnome-remote-desktop/tls.crt -keyout ~/.local/share/gnome-remote-desktop/tls.key'

-days 720 bedeutet: Das Zertifikat gilt 720 Tage. Danach müssen Sie ein neues erzeugen. Notieren Sie sich das Ablaufdatum, sonst scheitert die Verbindung in knapp zwei Jahren ohne Vorwarnung. Die Angaben hinter -subj sind die Platzhalter aus dem README. Sie können dort auch den Namen Ihres Rechners eintragen.

Das Upstream-README verwendet das Verzeichnis ~/.local/share/gnome-remote-desktop im Home des Dienstkontos. Prüfen Sie, ob die Dateien dort angekommen sind:

sudo ls -l ~gnome-remote-desktop/.local/share/gnome-remote-desktop/

Beide Dateien, tls.crt und tls.key, sollten dort liegen und dem Konto gnome-remote-desktop gehören.

Den Systemdienst mit grdctl --system konfigurieren

Jetzt tragen Sie die Pfade und die Zugangsdaten ein. Diese Befehle führen Sie als Ihr normaler Admin-Benutzer aus, ohne sudo. Die Shell setzt für ~gnome-remote-desktop das Home-Verzeichnis des Dienstkontos ein.

grdctl --system rdp set-tls-key ~gnome-remote-desktop/.local/share/gnome-remote-desktop/tls.key
grdctl --system rdp set-tls-cert ~gnome-remote-desktop/.local/share/gnome-remote-desktop/tls.crt
grdctl --system rdp set-credentials
grdctl --system rdp enable

set-credentials ohne Argumente liest in Version 50.2 Benutzername und Passwort von der Standardeingabe. Im Upstream-Quelltext von 46.3 verlangt der Unterbefehl dagegen beide Argumente: grdctl --system rdp set-credentials BENUTZERNAME PASSWORT. Prüfen Sie unter 24.04 Ihre Hilfe und ersetzen Sie die entsprechende Zeile, wenn sie diese Argumente verlangt. Laut Hilfetext können Sie beide auch unter 50.2 direkt hinter den Befehl schreiben. Dann landet das Passwort aber in Ihrer Shell-History. Wählen Sie ein eigenes Passwort, nicht das Ihres Linux-Kontos. Es schützt nur die erste Stufe, die Anmeldung beim Dienst. Am GDM-Bildschirm folgt danach das echte Kontopasswort.

Was --system intern tut, steht im Quelltext: grdctl startet sich selbst über pkexec neu, als Benutzer gnome-remote-desktop. pkexec gehört zu polkit, dem Rechtesystem für solche Aktionen. Am lokalen Desktop erscheint dafür eine Passwortabfrage. Über SSH gibt es keinen grafischen polkit-Dialog. Prüfen Sie deshalb, ob die Abfrage im Terminal erscheint und der Befehl durchläuft. Bricht er ab, lesen Sie die Meldung und prüfen Sie, ob polkit läuft:

systemctl status polkit

Kombinieren Sie --system nicht mit --headless. Der Code lehnt die Kombination nicht ab, aber --headless gehört zu einem anderen Modus: einem Dienst, der in einer Benutzersitzung läuft. Das README beschreibt ihn getrennt.

GDM und den Dienst starten

Das README schaltet danach zwei Systemdienste ein. Auf Ubuntu heißt das Paket für GDM gdm3. Prüfen Sie deshalb zuerst, unter welchem Namen die Units auf Ihrem System liegen:

systemctl list-unit-files 'gdm*' 'gnome-remote-desktop*'
systemctl get-default

Zeigt get-default den Wert multi-user.target, startet der Rechner ohne grafische Oberfläche, und GDM kommt beim Booten nicht hoch. Dann stellen Sie das Ziel um:

sudo systemctl set-default graphical.target

Danach folgen die beiden Befehle aus dem README, mit sudo davor. Passen Sie den GDM-Namen an, falls die Liste oben einen anderen zeigt:

sudo systemctl enable --now gdm.service
sudo systemctl enable --now gnome-remote-desktop.service

Prüfen, ob der Dienst bereit ist

grdctl --system status
sudo ss -tlnp | grep 3389

grdctl --system status zeigt für RDP unter anderem den Status, den Port, die Pfade zu Zertifikat und Schlüssel und den TLS-Fingerabdruck. Benutzername und Passwort zeigt es nur mit --show-credentials. Notieren Sie den Fingerabdruck. ss sollte einen Prozess zeigen, der auf Port 3389 lauscht. Fehlt er, lesen Sie das Journal des Dienstes, wie im Abschnitt zur Fehlersuche beschrieben.

Wie verbinden Sie sich, ohne Port 3389 freizugeben?

Stellen Sie Port 3389 nicht ins offene Internet. Das empfehlen wir für jeden RDP-Dienst, egal ob GNOME oder xrdp. Am Heimserver heißt das: keine Portfreigabe in der Fritzbox oder einem anderen Router. Auf einem VPS heißt das: Die Firewall lässt 3389 von außen nicht durch. Wie Sie das kontrollieren, zeigt aktive Firewall-Regeln unter Ubuntu auflisten.

Der einfachste Weg ist ein SSH-Tunnel. SSH läuft ohnehin, und der Tunnel nutzt diese Verbindung mit:

ssh -N -L 13389:127.0.0.1:3389 sie@heimserver.example.com

-L leitet den lokalen Port 13389 über SSH an Port 3389 auf dem Server weiter. -N heißt: keinen Befehl ausführen, nur tunneln. Den lokalen Port 13389 haben wir gewählt, damit er nicht mit einem RDP-Dienst auf Ihrem eigenen Rechner kollidiert. Im RDP-Client verbinden Sie sich dann mit localhost:13389.

Die GNOME-Hilfe verlinkt passende Clients, darunter Remmina und GNOME Connections (Verbindungen). Ob der eingebaute Windows-Client mit dem selbst signierten Zertifikat zurechtkommt, haben wir nicht geprüft. Testen Sie das selbst, bevor Sie sich darauf verlassen.

Die Anmeldung läuft in dieser Reihenfolge ab:

  1. Der Client fragt nach Benutzername und Passwort. Das sind die Daten aus set-credentials oder aus den Anmeldedetails in den Einstellungen.
  2. Der Client zeigt den Fingerabdruck des Zertifikats. Vergleichen Sie ihn mit dem Wert aus grdctl --system status. Weicht er ab, brechen Sie ab.
  3. Sie sehen den GDM-Anmeldebildschirm und melden sich mit Ihrem Linux-Konto an.

Unterwegs und hinter DS-Lite: Tailscale. Läuft Ihr Anschluss mit DS-Lite oder CGNAT (Carrier-Grade NAT), teilen Sie sich eine öffentliche IPv4-Adresse mit anderen Kunden. Eine IPv4-Portfreigabe zum Heimserver geht dann nicht. Tailscale baut ein privates Netz zwischen Ihren Geräten auf. Laut Tailscale-Dokumentation funktionieren die Verbindungen durch Firewalls und NAT (Network Address Translation), ohne Portfreigabe und ohne komplizierte Firewall-Regeln. Wie das technisch funktioniert, erklärt was Tailscale ist und wie sein Mesh-VPN arbeitet. Der RDP-Client verbindet sich dann mit der Tailscale-Adresse des Heimservers auf Port 3389. Aus dem Internet bleibt Port 3389 weiter unerreichbar.

Was Sie prüfen sollten, wenn Remote Login nicht klappt

Die folgenden Punkte sind keine gesicherten Ursachen. Es sind Stellen, an denen Remote Login nach unserer Recherche scheitern kann. Prüfen Sie sie der Reihe nach. Die erste Anlaufstelle ist immer das Journal:

systemctl status gnome-remote-desktop.service
journalctl -u gnome-remote-desktop.service -b

Der Dienst startet gar nicht. In einem Fehlerbericht bei GNOME (gnome-user-docs, Issue 260) beschreibt ein Nutzer einen Ubuntu Server 24.04 mit nachinstalliertem Desktop. Der Dienst endete dort mit Status 217/USER und dieser Meldung: Init file credentials failed: Error creating directory /var/lib/gnome-remote-desktop: Permission denied. Das ist ein einzelner Bericht, kein bestätigter Ubuntu-Fehler. Sehen Sie diese Meldung, prüfen Sie zwei Dinge: ob das Konto gnome-remote-desktop existiert (getent passwd gnome-remote-desktop) und wem das Verzeichnis gehört (ls -ld /var/lib/gnome-remote-desktop).

Nach einem Neustart antwortet Remote Login nicht. Der Systemdienst arbeitet mit GDM zusammen. In den Upstream-Notizen zu Version 50.0 stehen dazu zwei Einträge: bessere Zusammenarbeit mit GDM und „Wait for GDM before initializing system daemon startup“, also das Warten auf GDM beim Start. In den Notizen der 46er-Reihe, die Ubuntu 24.04 nutzt, steht diese Änderung nicht. Ob Ubuntu sie nachgereicht hat, wissen wir nicht. Prüfen Sie nach einem Neustart den Status beider Dienste und das Journal von GDM. Startet der Dienst nach einem sudo systemctl restart gnome-remote-desktop.service sauber, spricht das für ein Problem mit der Startreihenfolge. Auch Fehler beim Start der headless GDM-Sitzung sollten Sie im Journal suchen.

Zertifikat oder Schlüssel werden nicht gefunden. Der Dienst läuft als gnome-remote-desktop. Die Dateien müssen also für dieses Konto lesbar sein. Prüfen Sie in grdctl --system status, ob beide Pfade auf vorhandene Dateien zeigen. Anleitungen für andere Distributionen, etwa Fedora, nennen teils andere Pfade. Diese gelten nicht automatisch für Ubuntu. Ist das Zertifikat älter als 720 Tage, ist es abgelaufen.

Sie landen in der falschen Sitzung. Sind beide Modi aktiv, liegt Remote Login auf 3389 und die Bildschirmfreigabe auf einem anderen Port wie 3390. Sehen Sie statt des GDM-Anmeldebildschirms einen laufenden Desktop, sind Sie mit der Bildschirmfreigabe verbunden. Prüfen Sie Port und Tunnel.

Die automatische Anmeldung. Wenn Sie sie nur für die Bildschirmfreigabe eingeschaltet haben, brauchen Sie sie für Remote Login laut README nicht. Remote Login zeigt den Anmeldebildschirm, auch wenn niemand angemeldet ist. Ob die automatische Anmeldung unter 26.04 noch mit dem Passwort der Bildschirmfreigabe im Schlüsselbund zusammenwirkt, steht in keiner Quelle, die wir geöffnet haben. Testen Sie es so: Schalten Sie die automatische Anmeldung aus, starten Sie neu und verbinden Sie sich per Remote Login. Klappt das, lassen Sie sie ausgeschaltet. Bedenken Sie auch: Bei automatischer Anmeldung bekommt jeder, der vor dem Gerät steht, eine fertige Sitzung.

Welcher Weg passt zu Ihrem Rechner?

Ein Rechner zu Hause ohne Monitor: Remote Login. Ob Mini-PC oder Heimserver, mit GNOME unter 24.04 oder 26.04 ist das der vorgesehene Weg. Sie brauchen keine automatische Anmeldung und keinen Dummy-Stecker am HDMI-Port. Den Zugang holen Sie sich per SSH-Tunnel oder Tailscale.

Ein VPS mit 2 GB RAM: xrdp mit Xfce. GNOME braucht für so wenig Speicher zu viel. Die Schritte stehen in unserer Anleitung zu xrdp und XFCE auf einem VPS.

Eine einmalige Sitzung: RustDesk. Wenn Sie kurz jemandem helfen wollen, der vor einem angemeldeten Desktop sitzt, ist RustDesk bequem. Unter Ubuntu 26.04 gibt es aber eine Grenze. Laut RustDesk-Dokumentation ist die Wayland-Unterstützung der Standardversionen seit Version 1.2.0 experimentell, und deren Zugriff auf den Anmeldebildschirm braucht weiter X11. GNOME unter 26.04 hat kein X11 mehr. RustDesk bietet inzwischen jedoch eine separate Wayland-Vorschau für x86_64-Systeme auf Debian- und Ubuntu-Basis an. Nach der Einrichtung unterstützt sie unbeaufsichtigten Zugriff auch ohne angemeldeten Nutzer und auf den Anmeldebildschirm nach einem Neustart. Prüfen Sie diesen Vorschau-Build auf Ihrem Rechner, bevor Sie sich auf ihn verlassen. Wer RustDesk regelmäßig nutzt, kann den Vermittlungsserver selbst betreiben: einen eigenen RustDesk-Relay-Server aufsetzen.

In jedem Fall gilt: Port 3389 gehört nicht ins offene Internet. Nutzen Sie einen SSH-Tunnel oder Tailscale.

FAQ

Warum zeigt die Ubuntu-Bildschirmfreigabe ohne Monitor nur einen schwarzen Bildschirm?

Ein fehlender Monitor führt nicht grundsätzlich zu einem schwarzen Bildschirm. Die Bildschirmfreigabe unterstützt in den Versionen 46.3 und 50.2 einen virtuellen Monitor über gsettings set org.gnome.desktop.remote-desktop.rdp screen-share-mode extend. Sie braucht weiterhin eine Sitzung, in der schon jemand angemeldet ist. Für einen Rechner ohne Monitor und ohne angemeldeten Nutzer ist Remote Login (Fernanmeldung) der passende Modus. Er zeigt dem RDP-Client den GDM-Anmeldebildschirm, auch wenn niemand angemeldet ist.

Funktioniert xrdp unter Ubuntu 26.04 noch?

Mit GNOME nicht. Ubuntu 26.04 bringt GNOME 50, und laut Release Notes läuft die Ubuntu-Desktop-Sitzung nur noch auf Wayland. xrdp braucht eine X11-Sitzung. Andere Desktops wie Xfce lassen sich laut Release Notes weiter in einer X.org-Sitzung starten, und das Paket xrdp liegt nach unserem Stand vom 27. Oktober 2026 weiter im universe-Bereich. Für GNOME nutzen Sie unter 26.04 Remote Login.

Brauche ich für Remote Login die automatische Anmeldung?

Nein. Remote Login übergibt dem Client den GDM-Anmeldebildschirm, und dort melden Sie sich mit Ihrem Linux-Konto an. Schalten Sie die automatische Anmeldung aus, starten Sie neu und testen Sie die Verbindung.

Kann ich Port 3389 einfach im Router freigeben?

Das sollten Sie nicht tun. Ein freigegebener RDP-Port ist aus dem ganzen Internet erreichbar. Leiten Sie die Verbindung stattdessen durch einen SSH-Tunnel, etwa mit ssh -N -L 13389:127.0.0.1:3389 sie@heimserver.example.com, und verbinden Sie den Client mit localhost:13389. Hinter DS-Lite oder CGNAT, wo eine IPv4-Portfreigabe ohnehin nicht geht, ist Tailscale die einfachere Lösung.

Gibt es Remote Login auch unter Ubuntu 24.04?

Ja. Remote Login kam mit gnome-remote-desktop 46, und Ubuntu 24.04 liefert nach unserem Stand vom 27. Oktober 2026 die Version 46.3-0ubuntu1.2. Auch die GNOME-Hilfe für GNOME 46 nennt den Pfad Einstellungen, System, Remote Desktop, Remote Login. Prüfen Sie mit grdctl --help, ob Ihre Version die Option --system anbietet, bevor Sie die Einrichtung über SSH starten.

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